Bundespräsidentenwahl 2016 – Wahlsonntag 04. 12. 2016

Nach Aufhebung der Stichwahl vom 22. Mai aufgrund eines teilweise recht lockeren Umgangs mit den Formvorschriften rund um den Wahlgang muss die Wahl des Bundespräsidenten dieses Mal formal korrekt ablaufen, um einen weiteren Imageschaden für unser Land zu verhindern.

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Volksschule Obsteig 07:30 – 13:00

Die Wahlbehörde in Obsteig wird sich am Wahlsonntag , den 4. 12. 2016 wieder aus dem Wahlleiter BM Hermann Föger, seinem Stellvertreter Mag. Max Thurner und den ehrenamtlich tätigen Beisitzern und Beisitzerinnen
Marlies Witsch, Christian Oberguggenberger, Hansjörg Ennemoser (von 07:30 – 10:00 Uhr) bzw.
Sabine Ortner und Herbert Krug (10:00 – 13:00 Uhr)
zusammensetzen. Für den gesamten Wahlsonntag steht in bewährter Weise wiederum Siegfried Auer zur Verfügung.

Das Amt eines Mitgliedes einer Wahlbehörde ist ein öffentliches Ehrenamt, zu dessen Annahme und Ausübung jeder Wahlberechtigte verpflichtet ist.

Mittels eines 52seitigen Leitfadens wurde die Wahlbehörde unter anderem dazu angehalten, auf die Einhaltung folgender Regeln rigoros zu achten:

Wählerinnen und Wähler (Personen, die am 27. September 2016 in der Wählerevidenz geführt werden und spätestens am Wahltag das 16. Lebensjahr vollendet haben) treten nur mehr einzeln vor die Wahlkommission und verlassen nach der Stimmabgabe unverzüglich das Wahllokal. Körper- oder sinnesbehinderte Wählerinnen oder Wähler dürfen sich von einer Person, die sie selbst auswählen können, führen und bei der Wahlhandlung helfen lassen.

• Die Wählerin oder der Wähler wirft das Wahlkuvert selbst in die Wahlurne ein.

• Ein Ausfüllen des Stimmzettels außerhalb der Wahlzelle ist nicht zulässig.

• Wählerinnen und Wähler haben ihre Identität mittels eines offiziellen Dokuments nachzuweisen; ersatzweise kann die Wahlkommission mehrheitlich die Identität einer Wählerin/ eines Wählers bestätigen.

• Wahlkartenwählerinnen oder Wahlkartenwähler können ihre Stimme in jedem Wahllokal abgeben.

• Im Gebäude des Wahllokales und innerhalb der Verbotszone sind am Wahltag jede Art der Wahlwerbung, ferner jede Ansammlung von Personen verboten.

• Eine Medienpräsenz im Wahllokal, z.B. zum Zweck einer Berichterstattung über die Stimmabgabe einer in der Öffentlichkeit bekannten Person, ist nicht vorgesehen.

Die amtliche Bekanntgabe von Ergebnissen hat bis zur Schließung des letzten Wahllokals in Österreich (Wahlschluss 17.00 Uhr) zu unterbleiben.

All diese Regeln machen das Arbeiten in einer Wahlkommission nicht leichter und die Stimmabgabe nicht angenehmer. Trotzdem werden wir uns alle daran halten müssen, denn dieses Mal muss es klappen, den neuen Bundespräsidenten ordnungsgemäß zu wählen.

 

Update 04. 12. 2016

Wahlergebnis Obsteig

http://wahl16.bmi.gv.at/1612-70213.html

 

Wahlberechtigte 941
Abgegebene Stimmen 598
Ungültige Stimmen 22
Gültige Stimmen 576
Davon entfielen auf die einzelnen Wahlwerber
Ing. Norbert Hofer 265
Dr. Alexander Van der Bellen 311

100 000 Euro für den Grünberg

Die Gemeinde Obsteig verpflichtet sich auch in den kommenden drei  Jahren die Schilift Grünberg Gmbh & CoKG mit einem finanziellen Zuschuss von jährlich € 100 000 zu subventionieren. Die Beschlussfassung erfolgte anlässlich der Gemeinderatssitzung vom 10. 11. 2016 einstimmig ( Stimmenthaltung BM Föger)

Bereits im Jahr 2010 waren mit der Entscheidung für die „Liftvariante klein“ und dem aufwändigen Umbau der „Grünbergalm“ die Weichen für den Erhalt eines Freizeitangebots am Grünberg gestellt worden. Als jedoch aufgrund der prekären finanziellen Situation im August dieses Jahres Hermann Föger  sein Amt als Geschäftsführer der  Schilift Grünberg Gmbh & CoKG zurücklegte, schien der Weiterbestand des kleinen Obsteiger Schigebiets gefährdet, die Investitionen der vergangenen Jahre vergeudet. Mehr dazu unter Timeline Lift

Vorbehaltlich eines Gemeinderatsbeschlusses der die finanziellen Zuschüsse seitens der Gemeinde Obsteig mittelfristig garantieren würde, war Hermann Föger jedoch bereit, die Geschäftsführung wieder zu übernehmen.

Zwingend enthalten sind im Betrag von €100 000 die Tilgung des Liftdarlehens. Ebenso zugesichert wurde eine jederzeitige Einsicht in die Belege der Liftgesellschaft durch die Mitglieder des Überprüfungausschusses.

Neben der finanziellen Absicherung durch die Gemeinde wird GF Hermann Föger  Dr. Walter Renner , ehemaliger GF der Muttereralm Bergbahnen Errichtungs GmbH in operativen Angelegenheiten unterstützen.

Um möglichst schnell eine Strategie für die kommenden Jahre ausarbeiten zu können, sollen bis Ende Dezember  Ideen zum Thema „Grünberg – im Sommer und im Winter“ gesammelt werden. Ideen von A-Z.

strategie

Das Tiroler Musikschulwerk

Viele Obsteiger, ob Jung ob Alt, besuchen die Musikschule Telfs, finanziert durch Elternbeiträge, Beiträge des Landes und der Gemeinde Obsteig. Nur die Stadtgemeinden von Hall und Innsbruck, die Marktgemeinden Wattens und Telfs hatten noch eigene Gemeindemusikschulen. Sie unterrichten derzeit rund 8.000 SchülerInnen.

Die anderen (26) Musikschulen sind Landesmusikschulen und bilden gemeinsam das Tiroler Musikschulwerk. Hier werden schon jetzt rund 18.000 SchülerInnen pro Jahr in insgesamt ca. 18.700 Fächern unterrichtet. Die Tiroler Musikschulen sind anerkannte Bildungseinrichtungen und Säulen des kulturellen Lebens unseres Landes.

Mit dem Beschluss vom 10. 11. 2016 stimmte auch die Gemeinde Obsteig dem Beitritt der Musikschule Telfs & Umgebung zum Tiroler Landesmusikschulwerk per 01. 02. 2017 zu.  Schon im Jahr 2015 war der Auftrag  an die Verantwortlichen erfolgt, die jetzt vorliegenden Verträge auszuarbeiten. Diese wurden sodann in der Planungsverbandsitzung vom  16. August genehmigt.

Der überall feststellbare Trend zur Schaffung immer größerer regionaler Einheiten wird auch hier bestätigt. Kostenersparnis war  wie immer das Argument für  den Zusammenschluss (z. B. eine Einsparung von 13% bei den Personalkosten). In den kommenden Jahren wird es  zu einem rasanten Ansteigen der Personalkosten kommen, da Abfertigungen, Dienstjubiläen und die aufgrund von Biennalsprüngen zustehenden Gehaltserhöhungen anstehen.

Die beiden anderen Plateaugemeinden Mieming und Wildermieming hatten entsprechende Beschlüsse bereits im Oktober auf ihrer Tagesordnung. Der Handlungsspielraum für den Gemeinderat von Obsteig war also de facto sehr gering. Schulerhalter bleibt jedoch die Marktgemeinde Telfs. Direktor vertraut daher darauf, dass der Musikschule Telfs aus der Neuregelung keinerlei Nachteile erwachsen.

Hier noch der Link zu den Veranstaltungen der Musikschule Region Telfs im November:

http://www.panergy.at/

 

Aktuelles dokumentieren, Altes erhalten – unsere Dorfchronik

Wer erinnert sich nicht an unseren Dorfchronisten Hubert Stecher, wie wir ihm immer wieder auf seinen Spaziergängen durchs Dorf begegnet sind. Es lohnte sich immer, den Blick dorthin zu richten, worauf er gerade seine Kamera hielt. Er hatte ein ganz besonderes Auge für das Einzigartige, das historisch Wertvolle, die besonderen Details, die es von Obsteig zu bewahren galt. Und er konnte erzählen, Geschichtliches und Geschichten aus Obsteig. Am 8. Juli vergangenen Jahres ist Hubert Stecher verstorben. Sein Lebenswerk gilt es nun fortzusetzen.

http://www.obsteigaktuell.info/2014/10/20/chronik-praezise-technik

Bisher bestand eine Chronik aus schöngebundenen  Büchern, die mit Zeitungsausschnitten und Fotos ergänzt wurden. Diese befindet sich zur öffentlichen Einsichtnahme in der  Bibliothek von Obsteig.

http://www.obsteig.bvoe.at/obsteiger-dorfchronik

Das Archivieren von Bild- und Textdokumenten ist eine wesentliche Aufgabe der Chronik. Das Erstellen einer modernen Datenbank, die digitale Dorfchronik ist eine Aufgabe unserer Tage. Hier als Beispiel die digitale Dorfchronik von Inzing.

http://pisch.at

Die Auffindbarkeit von Informationen ist heute ebenso wichtig geworden wie die Information selbst.

Der Chronist ist Sammler; er sammelt Alles, was ihm sammelnswert erscheint. Als Quellen für  seine Sammlung stehen ihm derzeit die Webseiten der Gemeinde und der Vereine, aber auch unser Blog6416 und insbesondere obsteigaktell@aon.at zur Verfügung. Es wird aber auch wieder Zeitzeugeninterviews nach dem Vorbild der von Margaretha Lerchster im  Nuis Schmålz Blattl veröffentlichten Texte brauchen. Und schließlich braucht es die Mithilfe von uns allen, unsere Chronik zu befüllen.

Ein Chronist wird nicht mehr zu finden sein. Diese umfangreiche und verantwortungsvolle Aufgabe wird in der heutigen Zeit nur mehr von einem Team zu bewältigen sein. Wir hoffen, dass wir hier schon bald unser  neues Dorfchronistenteam vorstellen werden können.

Tschirgant-Tunnel: Petition im Nationalrat eingebracht

Während den Fernpass-Scheitel-Tunnel das Land Tirol auch ohne Unterstützung des Bundes finanzieren kann, besteht für den Tschirgant-Tunnel das Bestreben, dass diese wichtige Verbindung von der A12 Inntal Autobahn zur Fernpassstrecke wieder in den langfristigen Rahmenplan der ASFINAG aufgenommen wird.

Politik und Wirtschaft der Bezirke Reutte, Imst und Landeck fordern daher nachdrücklich, das Projekt und den Beginn der Bauarbeiten voranzutreiben.

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Eine entsprechende Petition war im Oktober schon an LH Günther Platter übergeben worden.

Immer mehr Menschen entscheiden sich für einen Urlaub bei uns oder im angrenzenden Ausland. Aus verschiedensten Gründen möchte man wieder mit dem eigenen PKW anreisen. Dieser aus touristischer Sicht positive Trend, wird jedoch durch die zunehmende Zahl an Staumeldungen relativiert. Für Einheimische und Gäste eine unerträgliche Situation. Eduard Wallnöfers sprichwörtlicher Verkehr ist immer noch Leben, aber nur wenn es gelingt die Verkehrsproblematik in den Griff zu bekommen.

Auf der Fernpass Route hat der Verkehr in den letzten zehn Jahren um 26% zugenommen. Der Tschirgant-Tunnel soll Entlastung bringen. NRin Elisabeth Pfurtscheller, die im Verkehrsausschuss in Wien tätig ist, hat die Petition „Ausbau der Fernpass-Route -Bau des Tschirgant-Tunnels “ eingebracht. https://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XXV/PET/PET_00090/index.shtml

 

Eine elektronische Zustimmung zur Petition ist über folgenden Link möglich:

https://www.parlament.gv.at/SEC/Zustimmen.shtml?inr=90&ityp=PET&gpCode=XXV

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Grünberg_reloaded

 

Das kleine Familienschigebiet am Grünberg schreibt weiterhin rote Zahlen. Das alljährliche Defizit tragen die Gemeinde Obsteig und der TVB. Letzterer macht jetzt aber seinen Beitrag von der Erstellung eines Konzepts für die nächsten drei Jahre abhängig. Ein attraktives Sommerangebot soll helfen das Defizit des Winters abzufedern.

Der heutige Gast will Anregung und Betreuung. Er ist offen für Neues, will sich aber nicht am Urlaubsort den Kopf zerbrechen, was er unternehmen könnte. Er erwartet klar profilierte Angebote. Auch Nischenprodukte finden im WWW ausreichend Nachfrage.

Im niederösterreichischen Hollenstein wurde beispielsweise Anfang September eine Weltneuheit eröffnet. Im Bikepark Königsberg bringt der Lift nun im Sommer Biker bequem auf den Berg – eine neuartige Anhängevorrichtung macht’s möglich. http://www.koenigsberg.at/2016/09/16/bikepark-eroeffnung/

Das Gebot der Stunde ist es auch bei uns, den Sommer auszubauen und den Winter zu stärken, indem neue Angebote geschaffen werden. Ideen für den Grünberg waren zwar immer wieder vorhanden. Realisiert wurden sie jedoch selten.

Geld für nötige Investitionen scheint vorhanden zu sein. Mit der Errichtung zusätzlicher Infrastruktur ist es jedoch nicht getan. Es braucht vor allem jemanden, der das neue Angebot erfolgreich vermarktet und verlässlich betreibt.

… einen Geschäftsführer, dem die Liftgesellschaft auch ein leistungsbezogenes Gehalt zahlen kann, weil er der Gemeinde und dem TVB die dringend benötigten Einnahmen bringt. (Anmerkung: Bisher ist die Geschäftsführertätigkeit unentgeltlich, es wird lediglich eine kleine Aufwandsentschädigung bezahlt.)

 

Neuer Deutschkurs in Obsteig

Ab Dienstag, 18. Oktober, bietet Mag. Birgit Tschavoll vom Team der DeutschlehrerInnen der GemNova zusätzlichen Deutschunterricht für die in Obsteig lebenden Asylsuchenden an.

AsylwerberInnen können ab dem ersten Tag in einer Tiroler AsylwerberInnenunterkunft mit Deutschkursen beginnen, die seit Anfang des Jahres von der GemNova auf professioneller Basis angeboten und koordiniert werden. http://gemnova.at/aktuelles/massgeschneiderte-unterrichtsmaterialien.html

Die GemNova DienstleistungsGmbH ist ein Tochterunternehmen des Tiroler Gemeindeverbandes mit der Aufgabe „ innovative Serviceleistungen zur Entlastung der Tiroler Gemeinden zu erbringen“.

Für ihren Bildungspool sucht die GemNova laufend FreizeitpädagogInnen, SchulassistentInnen und SprachberaterInnen bzw. für den Bereich Deutschkurse für Asylwerbende DeutschlehrerInnen. Die gewünschten Anforderungsprofile finden sich auf der Website.

Stellenanzeige DeutschlehrerIn – 206 kB

Ergänzt wird das Kursangebot der GemNova (3×60 Minuten) durch die Tätigkeit unserer ehrenamtlichen SprachbegleiterInnen, die seit letzten Dezember die Familien aus dem Irak, Somalia und Syrien beim Erlernen der deutschen Sprache betreuen.

Unter der Federführung von Bärbel Riser werden auch weiterhin fünf Obsteiger und Obsteigerinnen unsere Asylantenfamilien unentgeltlich und mit großem persönlichen Engagement betreuen.

http://www.gemnova.at

 

 

 

 

 

To Be or Not To Be

Hamlet, Shakespeares dänischer Prinz wurde berühmt für diese Frage, mit der er seine Zerrissenheit und Unsicherheit bezüglich zukünftigen Handelns zum Ausdruck bringt. Hamlet ist aber auch das englische Wort für unsere Weiler – und auchhier stellt sich immer wieder die Frage: Sein oder Nichtsein.

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Obsteig ist ein Dorf mit einem relativ kleinen Ortskern rund um die Pfarrkirche und mehreren flächenmäßig weit verstreuten Ortsteilen, den sogenannten Weilern. Diese Siedlungsform ist charakteristisch für das Tiroler Oberland und deshalb in den Augen vieler erhaltenswert. Besonderes Augenmerk gilt hier den historisch gewachsenen Weilern mit traditionellen Bauformen. In Zeiten der Globalisierung hat überschaubare Kleinheit eine neue Qualität gewonnen. Das Besinnen auf regionale Eigenheiten ist im «Europa der Regionen» zum Identitätsfaktor geworden.

Die Bewohner identifizieren sich mit „ihrem“ Weiler; man ist Finsterfiechter, Gschwenter etc. dann Obsteiger, dann Tiroler, dann Österreicher, dann Europäer. An dieser Stelle sei auch an die „Ortstafeldiskussion“ in Mieming erinnert. http://www.tt.com/%C3%9Cberblick/6904897-6/obermieming-und-barwies-ohne-ortstafel.csp

Obsteig hat den Schutz seiner Weiler in den Zielen des Landschaftsschutzgebietes festgeschrieben. Doch warum wurden unsere Weiler zu Schutzbedürftigen? Was haben sie mit Kindern, Konsumenten und Denkmälern gemeinsam? Vor wem müssen sie geschützt werden?

Aktuell bietet sich häufig folgendes Bild. Es finden sich in den Weilern einige Hofstellen und Neu- bzw Umbauten auf Bauplätzen „weichender Kinder“. Vermehrt gibt es jedoch auch leerstehende Gebäude. So bedeutungsvoll die historische Weilerstruktur auch ist, so anspruchsvoll ist ihre bauliche Entwicklung zwischen Höfemuseum und moderner Wohnbebauung. Demografische und gesellschaftliche Veränderungen nehmen Einfluss auf die Regionalentwicklung. Leerstehende, alte Bausubstanz ist die Folge von Generationenwechsel, mangelnder Rentabilität des klassischen landwirtschaftlichen Betriebes. Österreichweit werden pro Jahr rund zwei Prozent der Bauernhöfe aufgelassen. Was tun mit der alten Bausubstanz?

  • Für die häufig unzureichende Wohnqualität der alten Häuser lassen sich jedoch keine Mieter am freien Markt finden. Nur mehr Menschen, für die freie Mieten unerschwinglich sind und für die das „Amt“ die Miete übernimmt, sind bereit, in diese Häuser einzuziehen.
  • Eine weitere Option ist der Umbau in Wohnungen für den Eigenbedarf oder zum Verkauf am freien Immobilienmarkt eventuell auch im angrenzenden Ausland.
  • Das alte Haus wird abgerissen und an seiner Stelle entsteht ein neues Haus oder ein Wohnblock.

Jede einzelne Entscheidung verändert nachhaltig die Bevölkerungszusammensetzung und das Ortsbild der betroffenen Gemeinde. Deshalb gibt es in Tirol ein breites Repertoire an Erhaltungsprogrammen und Schutzbestimmungen.

Diese geraten naturgemäß in Konflikt mit dem als umfassend empfundenen Eigentumsrecht, werden als starke Einschränkungen und finanzielle Belastungen empfunden. Das Allgemeine Bürgerliche Gesetzbuch definiert das Eigentum zwar als die „Befugnis, mit der Substanz und den Nutzungen einer Sache nach Willkür zu schalten, und jeden anderen davon auszuschließen“ (§ 354 ABGB), die Grenzen des Eigentums liegen aber dort, wo in Rechte eines anderen eingegriffen würde oder im allgemeinen Interesse erlassene Beschränkungen übertreten würden.

Es ist seltener der Fall, dass die Leidenschaften einzelner dem Gemeinwohl nicht schaden.

Niccoló Machiavelli
(1469 – 1527), italienischer Staatsmann und Schriftsteller

 

Ist Weilerschutz konsensfähig? Gibt es ein breites Bekenntnis zur bäuerlichen Baukultur? Soll die Tradition der Weilerstruktur unseres Dorfes fortgeschrieben werden?

Die Gesetzeslage sieht den Weilerschutz (Novelle TROG 2016) vor. Die Erhaltung der traditionellen Weilerstruktur ist ausdrücklich in den Zielen des Landschaftsschutzgebietes formuliert.

Regionalität steht nicht im Gegensatz zu Modernität und zeitgemäßem Standard. Es gibt zahlreiche gelungene Beispiele für „modernes Wohnen in alten Mauern“. Architekten, Bauherren und Gemeinden sind gefordert.

Sanierungsbeispiele