Lehnberghaus: ein Rosenkrieg der anderen Art

Lehnberg1

Der Gemeinderat von Obsteig sprach sich in seiner Sitzung vom 26. 06. 2017 mehrheitlich (eine Stimmenthaltung) für die Kündigung des Pachtvertrages zwischen der Gemeinde Obsteig und dem derzeitigen Pächter per 31.12.2017 aus.

Das liebevoll renovierte Lehnberghaus liegt auf 1553 m Höhe am Fuße der Wankspitze. Es ist gleichermaßen beliebtes Ziel für Familienwanderungen als auch eine willkommene Zwischenstation in Richtung Wank und Lacke.

Beide Vertragspartner hatten am  26. 10. 2015 große Hoffnungen in den Abschluss des Pachtvertrages gesetzt. In den sozialen Medien fanden sich viele positive Kommentare zufriedener Gäste, die besonders die Qualität der angebotenen Speisen lobten. Die Bezirksblätter berichteten vom Lehnberghaus als Ziel der nächsten Singlewanderung  mit ihrem Bericht  SingleWandern zum Lehnberghaus

Doch irgendwann zu Beginn des letzten Jahres änderten  sich die Schlagzeilen zum Thema, die Fronten verhärteten sich zunehmend. Auf  www.dietiwag.org wurde im Forum unter der Überschrift Lehnberghaus – die braune Alm heftig diskutiert. Die Bezirksblätter titelten jetzt mit Hasspostings aus der Bergwelt oder jüngst mit Lehnberghaus: Gastank ist der Behörde ein Dorn im Auge.

Derzeit ist der Betrieb der Hütte nur eingeschränkt möglich, da die Bezirkshauptmannschaft  Imst  Ende Mai aus Sicherheitsgründen die Entleerung des nicht bescheidmäßig aufgestellten Gastanks angeordnet hat. Die Errichtung eines Unterflur-Flüssiggastanks auf der Lehnberghütte ist deshalb bereits geplant. Das Lehnberghaus bleibt den Sommer über von Donnerstag  bis Montag in der Zeit von 10:00 Uhr bis 17:00 Uhr geöffnet.

Streit

Der Bürgermeister fasste anlässlich der Sitzung  noch einmal die Ereignisse der vergangenen Wochen geprägt von Angriffen, Aufsichtsbeschwerden und Vorwürfen zusammen und begründete, warum das Pachtverhältnis gekündigt werden soll. Auf der Webseite des Lehnberghauses wiederum findet sich aktuell folgender Eintrag:

Umfangreich renoviert nur nicht richtig, und verschönert erwarten Sie am Lehnberghaus sowohl optische als auch kulinarische Highlights. Ein Kinderspielplatz inmitten der Natur mit Schaukel und Rutsche lädt auch Kinder in die Höh ein.Leider dürfen wir nicht mehr vermieten da die Bezirkshauptmannschaft Imst festgestellt,
dass die Gemeinde Obsteig bei der Hüttensanierung keinerlei Auflagen erfüllt hat.

BH Protokoll 24.05.2017

Wir bitte um ihr Verständnis und würden uns freuen wenn Sie sich an die wunderschöne familiengeführte Pension Fitsch wenden. http://www.fitsch.at

Beste Grüße vom

Lehnberghaus
Wir freuen sich auf Ihren Besuch!

(sic)

http://lehnberghaus.at/herzlich-willkommen/ (Abfrage 29. 06. 2017, 09:49Uhr)

Im Eherecht würde man wohl von Zerrüttung und unüberbrückbaren Gegensätzen sprechen, die letztlich die Scheidung/Kündigung unumgänglich gemacht haben.

 

Ein Gedanke zu “Lehnberghaus: ein Rosenkrieg der anderen Art

  1. Von einem „Rosenkrieg“ kann aus meiner Sicht nicht die Rede sein: Diese Rosen haben mehr als giftige Stacheln! Bauliche Mängel sind gemeindeseits zu reparieren, das steht außer Frage. Das Eherecht ist hier wohl nicht anzuwenden, rechtlich gibt es hier im Zivilrecht und Vertragsrecht ganz bestimmt einschlägige Materien, auf die sich der Gemeinderat berufen kann bzw. muss.
    Ich war seinerzeit entsetzt und erschrocken, was sich im privaten Hintergrund des Pächters des Lehnberghauses öffentlich präsentiert hat: Mordaufrufe gegen Menschen auf der Flucht mit einer der schrecklichsten Waffe, die am Ende des 2. Weltkrieges entwickelt und seither millionenfach produziert und auch als terroristisches Mordinstrument verwendet wurde.
    Aus meiner Sicht konnte die Gemeinde Obsteig als Eigentümerin des Lehnberghauses diese öffentlich gewordene Diskussion nicht übergehen. Was getan werden musste, war aus meiner Sicht im Gemeinderat klug, ohne Emotionen und sachbezogen abzuklären, um zu einer gemeinsamen Positionierung zu kommen. Das wird wohl im Vorfeld und bei der letzten Gemeinderatssitzung geschehen sein. Und es wird möglicherweise im Blog nicht genannte weiterte Gravamina gegeben haben, die im Gemeinderat zu dieser eindeutigen und demokratischen Entscheidung geführt haben. Der Bürgermeister hat jedenfalls beim Aufkommen der medialen Vorkommnisse moderat und gesprächsbereit agiert. Ich nenne einige Fragen, die ich mir von allem Anfang an gestellt habe:
    • Was sind Tatsachen der im Blog veröffentlichten Beiträge auf der privaten Facebook -Seite des Pächters, die mittlerweile gelöscht wurden? Stammen sie von ihm? Wie steht er dazu? Im Kern wurden nicht revidiert (Vgl. dazu die Stellungnahmen des Pächters in der damaligen Bezirkszeitung mit zigtausend Zugriffen).
    • Ist es als Eigentümer möglich und sinnvoll, gegenüber einem Pächter dieser Werthaltung weiterhin Vertrauen zu haben? Versucht wurde es meiner Beobachtung nach.
    • Waren rechtliche Schritte, wie z.B. eine Anzeige oder Kündigung angeraten oder gar notwendig?
    • Wie groß ist der Imageschaden, der für den Tourismus und die Gemeinde entstanden ist und was ist für die Zukunft zu erwarten? Die „Geschichte“ hat sich wie ein Feuer verbreitet und bis heute weiter gelodert!
    In Verbundenheit mit Obsteig und ohne jegliche Verurteilung der Person des Pächters: Die Werthaltungen und was sonst noch „vorgefallen“ ist oder „ausständig war, war umfassend und zukunftsorientiert zu klären.
    JW

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