Vergabe Eigenjagd Lehnberg

Mit dem Tagesordnungspunkt 6 rief BM Hermann Föger den im Vorfeld am heftigsten diskutierten Tagesordnungspunkt auf. Wie GR Simon Wilhelm in seiner Wortmeldung betonte, hatten in den vergangenen Tagen zahlreiche Gespräche stattgefunden, um zu einer sachlich fundierten Entscheidung zu gelangen.

Die Angebotseröffnung hatte in der Sitzung vom 21.12.2021 stattgefunden. Neun Angebote lagen dem Gemeinderat zur Abstimmung vor. Der Antrag des Bürgermeisters, über diesen Tagesordnungspunkt geheim abzustimmen, wurde mehrheitlich abgelehnt.

GR PatrickSchaber erinnerte noch einmal daran, dass Gemeindejagden in Tirol überwiegend an Einheimische vergeben würden. Im Schnitt sei eine Vergabe an Einheimische den Gemeinden ein Angebot von bis zu 35% unter dem vom Bestbieter wert. Auch sei Alois Falkner der einzige Bewerber gewesen, der sich in seinem Schreiben für mehr Nachhaltigkeit in der Jagd ausgesprochen hatte.  

Überraschenderweise gab es keine weitere Wortmeldungen, insbesondere keine, die die Vorteile einer Jagdvergabe an Johannes Gasser dargelegt hätten.

Der unter den Zuhörern anwesende Andreas Ebenhöch distanzierte sich vom Schreiben der Familie Gasser, das den Mitgliedern des Gemeinderats am Vortag vorgelegt worden war. Er war darin als einheimischer Beteiligter angeführt worden. Laut Ebenhöch hätten jedoch bis dato keinerlei Gespräche über eine 24/7 Verfügbarkeit seinerseits im Revier stattgefunden.

Die Abstimmung erfolgte per Handzeichen und ergab folgendes Ergebnis:

Wülfing:           0 Stimmen

Gasser:           8 Stimmen

Pfeifer:            0 Stimmen

Fauster:           0 Stimmen

Pichler:            0 Stimmen

Falkner:          5 Stimmen

Marcati:           0 Stimmen

Wecke:            0 Stimmen

Auhuber:          0 Stimmen

Die Eigenjagd Lehnberg wird somit an die Familie Gasser zu einem Pachtzins in Höhe von € 32.000, – zzgl. USt, auf die Dauer von10 Jahren verpachtet. Ein entsprechender Jagdpachtvertrag ist in Ausarbeitung.

Nachvollziehbar auch die große Enttäuschung, die das Abstimmungsergebnis für Alois Falkner bedeutete. Er war jahrelang als Waldaufseher für die Gemeinde tätig und hoffte deshalb, dass die Obsteiger Gemeinderäte ihm die Jagd anvertrauen würden.

Wie so oft bei Entscheidungen im Gemeinderat wird es erst die Zukunft zeigen, ob die Entscheidung, die am 18. Februar getroffen wurde für das Dorf die Richtige oder Falsche war.

Die Jagdvergabe nicht nur in Obsteig ein hitziges Thema:

https://www.tt.com/artikel/12777425/schoenwieser-jagdvergabe-wurde-zum-alpenkrimi

https://www.nachrichten.at/oberoesterreich/wels/Jagdvergabe-in-Eberstalzell-stoesst-bei-Konsorten-auf-massiven-Widerstand;art67,2873561

https://www.kleinezeitung.at/kaernten/oberkaernten/4214858/Streit-um-die-Jagdpacht

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