Chronikbudget halbiert

Der Obsteiger Gemeinderat hat in seiner gestrigen Sitzung, im Haushaltsplan 2022 den für die Chronik zur Verfügung gestellten Budgetrahmen  um mehr als 50% gekürzt. Hier ist als besonders enttäuschend das Stimmverhalten der Gemeindeführung zu erwähnen, da bekanntlicherweise die Chronik zu den gesetzlichen Pflichtaufgaben der Gemeinde zählt.

Diese einschneidende Budgetkürzung ist nicht nachvollziehbar, da zum einen alle für die Chronik angeschafften Werte im Eigentum der Gemeinde verbleiben und zum anderen nur ein großzügig bemessener Budgetrahmen, die Unabhängigkeit der Chroniktätigkeit von politischen Befindlichkeiten gewährleistet.

Laut Tiroler Archivgesetz (TAG) sind alle Tiroler Gemeinden zur Führung eines Archivs verpflichtet. Die Archive werden in den Gemeinden meist von Gemeindebediensteten und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern geführt.

                Mehr als 300 Tiroler ChronistInnen dokumentieren Aktuelles (Zeit-Chronik) und begeben sich auf Spurensuche, um positive Erinnerungskultur zu bilden und zu pflegen und das historische Gedächtnis zu stärken. Sie legen Sammlungen an, veröffentlichen Artikel in lokalen und regionalen Zeitschriften, arbeiten an Gemeindebüchern und organisieren Bildungs- und Kulturangebote für den Ort.  https://tiroler-bildungsforum.at/chronik-archivwesen/

In Obsteig formierte sich das neue Chronikteam in Obsteig im Juni 2017.  6 Personen (Sabine, Hannes, Toni, Martha, Herbert und Klaus) kümmern sich seither, selbstverständlich ehrenamtlich, um die Belange der Obsteiger Dorfchronik.

Die Aktivitäten der Chronisten und Chronistinnen sind vielfältig und reichen von der Teilnahme an Fortbildungen und Chronistentreffen bis zur Abhaltung eines monatlichen Jour fixe am ersten Montag jedes Monats in unserem Chronikraum im Gemeindehaus.

Auch die Betreuung des online Portals TiGa („Tiroler Gemeindearchive“) zählt zu den Aufgaben des Teams. TiGa bietet die Möglichkeit Archivalien und Bilder auch gemeindeübergreifend zu suchen und zu finden.

Das Obsteiger Chronikteam betreut daneben aber auch eine eigene Webseite chronik-obsteig.at, die das aktuelle Dorfgeschehen dokumentiert und historische Hintergründe dazu beleuchtet. Besonders beliebt bei den Besuchern der Webseite sind hier die in regelmäßigen Abständen veröffentlichten Obsteiger Sagen und Märchen von Toni Riser.

Ein besonderes Anliegen des Teams ist die Archivierung von privaten Fotosammlungen. Hannes Faimann, aufgrund seiner früheren beruflichen Tätigkeit im Tiroler Landesarchiv der Profi unter den Obsteiger Chronisten scannt Fotos, die ihm die Bevölkerung zur Verfügung stellt, versieht sie mit Suchbegriffen und macht sie auf diese Weise für viele Generationen wieder auffindbar.

Archiviert und angekauft wurden auch Obsteiger Luftaufnahmen, die die baulichen Veränderungen in unserem Dorf eindrucksvoll dokumentieren. Sie werden anlässlich einer der nächsten Ausstellungen öffentlich präsentiert werden.

Zwei grosse Austellungen – Hermann Rieser (2018); Sterbebilder (2019) – konnten bisher vom Chronikteam bereits organisiert werden. Auch hier ist mit Klaus Rieser ein Profi im Team. Ihm gelingt es immer wieder den Stadel Schneggenhausen in eine beeindruckende Eventlocation zu verwandeln.

Mit der Hermann Rieser Ausstellung machte das Chronikteam auf den dringenden Restaurierungsbedarf bei den Obsteiger Brunnenfiguren aufmerksam. Diese Restaurierung konnte in der Zwischenzeit abgeschlossen, die Figuren vor dem Untergang bewahrt werden.

Ähnlicher dringender Handlungsbedarf ergab sich kürzlich für das Obsteiger Bußkreuz. Auch hier initierte das Obsteiger Chronikteam eine Spendenaktion. Dank der zahlreichen Spenden der Obsteiger Bevölkerung und den Beiträgen von Gemeinde und Kirche konnte das restaurierte Bußkreuz schon zu Allerheiligen präsentiert werden.

Doch auch die vielen Wochen des vergangenen Lockdowns wurden genutzt und so konnte im September dieses Jahres das erste Obsteiger Dialektwörterbuch mit einer kleinen öffentlichen Veranstaltung vorgestellt werden.

Gerade in Arbeit ist der kleine Jahresrückblick, der wie auch in den vergangenen Jahren  schon bald in den Obsteiger Briefkästen sein wird.

An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön für die vielen positiven Rückmeldungen, die wir immer wieder für unsere Tätigkeit erhalten!

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