Neuauflage Fläwi Chaletdorf

Während der 4-wöchigen Auflegungs- und Stellungnahmefrist zum Entwurf der Änderung des Flächenwidmungsplans der für die Errichtung eines Hoteldorfs und eines angrenzenden Privatparkplatzes war die Gemeinde aufgefordert worden, den Grenzverlauf zwischen den Grundstücken abzugleichen und die Widmung des Parkplatzes zu vereinheitlichen. In seiner Sitzung vom 22. 08. 2019 wurde die Stellungnahme behandelt und der Entwurf des Flächenwidmungsplans einstimmig entsprechend abgeändert.

Die Beschlussfähigkeit des Gemeinderats war trotz „Sommerpause“ gegeben. Das Sommerteam waren Bürgermeister Hermann Föger, die Gemeinderäte Erich Mirth, Christian Grutsch, Margreth Muglach,  Simon Wilhelm, Andreas Riser, Sabine Ortner und die Ersatzgemeinderäte Martin Granbichler und Marion Partner-Auer. Der Entwurf liegt nun für weitere zwei Wochen zur Einsichtnahme und Abgabe von Stellungnahmen auf.

Der Zweck der Änderung des Flächenwidmungsplanes ist die Errichtung eines Hoteldorfs in Obsteig, ein wichtiger Impuls für unsere Tourismuswirtschaft und heimische Betriebe. Das unter dem Begriff „Glamping“ (Glamour +Camping) zusammengefasste touristische Angebot verspricht für unsere Region einen anspruchsvollen Gast, der gerne die Freizeiteinrichtungen und Gastronomiebetriebe am Plateau nützt.

Mittels Widmung, aber auch privatrechtlicher Vereinbarungen, Schallschutzmaßnahmen u.v.m. versucht die Gemeinde Obsteig die nachhaltige Betriebsführung des Hoteldorfs abzusichern.

Der Bürger denkt an sich …

…Grenzen der direkten Demokratie

Skepsis gegenüber Entscheidungen politischer Mandatare macht sich breit. Der Vorwurf, Entscheidungen über die Köpfe der Betroffenen hinweg zu treffen wird laut. Es ist unmöglich, Entscheidungen zu erklären, da schon im Vorfeld auf Basis von Informationen, die dem sprichwörtlichen Hören/Sagen zugeordnet werden müssen, empört Widerstand geleistet wird.

Der „Wutbürger“ will keinen Wandel, verteidigt den Ist-Zustand, vor allem dann, wenn sein unmittelbarer Nahbereich betroffen ist. Eine dynamische Weiterentwicklung der Gemeinde wird dadurch immer schwieriger, für junge Menschen der Aufbau einer Existenz zum Überlebenskampf. Das Prinzip der repräsentativen Demokratie basiert auf dem Vertrauen der Wähler in ihre Repräsentanten. Auf kommunalpolitischer Ebene lautet der Auftrag an den Gemeinderat, das Gemeinwohl über Einzelinteressen, das „Wir“ über das „Ich“ zu stellen. Über „Stellungnahmen“ zu Beschlüssen, mit denen sich der Einzelne in seinen Rechten verletzt fühlt, besteht jederzeit die Möglichkeit, den Gemeinderat zur neuerlichen Behandlung einer Frage zu zwingen. Für Gemeinderäte ist es allerdings nicht immer einfach, sich nicht von kleinen renitenten Gruppen vereinnahmen zu lassen oder wie es ein Obsteiger Gemeinderat einmal ausdrückte: „ Mit jeder Entscheidung fünf Feinde mehr im Dorf.“

Seine demokratischen Rechte übt der Gemeindebürger in einer repräsentativen Demokratie grundsätzlich über seine Beteiligung an Wahlen und die Mitwirkung in Parteien und Listen aus.

Stillstand kann nicht das Ziel für eine Gemeinde sein, Neues und Veränderung müssen möglich bleiben, ohne den Einzelnen über Gebühr zu belasten. Der Obsteiger Gemeinderat ist sich seiner Verantwortung bewusst.

(Chaletdorf, Parkplätze Wudu, Hühnerzuchtbetrieb u.v.m.)