Gelebte Erinnerungskultur – Obsteiger Dorfchronik

Bei einem weiteren Treffen des Chronikteams mit den Studenten des IT-Kollegs Imst wurden die  Anforderungen an ihre Diplomarbeit weiter konkretisiert:

  • Inhalte müssen digital vorliegen in PDF oder Textformat
  • Inhalte sollen über einer Webseite zugänglich sein
  • Die Webseite soll benutzerfreundlich für das Team und Interessierte sein
  • Sichtbarkeit der Inhalte – Öffentlich, Privat, etc.
  • Benutzer sollen leicht erstellt werden können
  • Aktuelle Zeitungsartikel etc. soll man möglichst einfach in die Chronik aufnehmen können
  • Ansprechendes modernes Design der Webseite

Die neue Webseite für die Dorfchronik soll etwas Modernes, Dynamisches und Lebendiges vorzuzeigen haben. Es soll Spaß machen, die Chronik „durchzublättern“.

Die Webseite wird mit einer attraktiven Startseite dazu einladen, mehr erfahren zu wollen. Wir wünschen uns eine chronologisch angeordnete Oberfläche, um den Anspruch der fortlaufenden Dokumentation des laufenden Jahres gerecht werden zu können. Hier könnte ein anschaulicher Zeitstrahl diese Funktion ausüben (Eye-Catcher auf der Startseite).

Die Suchfunktion (z.B. Jahr 1996) spielt bei dem Webauftritt eine bedeutende Rolle. Der Benutzer soll zu einem Schlagwort eine Liste von passenden Artikeln und Bildern bekommen.

Die Webseite hat zum Ziel, ausgehend von der Gegenwart in die Obsteiger Vergangenheit zu schauen. Gegenwärtiges über Historisches verständlich machen. Gegenwärtiges festzuhalten, um sich eines Tages gemeinsam erinnern zu können.

Über eine geeignete Vergabe von CoAutoren Rechten wird es der Bevölkerung möglich sein, die Chronikseite direkt zu befüllen.

Hilfreiche Institutionen für die Umsetzung der Diplomarbeit wären u.a. die Österreichische Nationalbibliothek oder die Universität Innsbruck.

Im Februar/März sollte es möglich sein, einen ersten Prototyp der Webseite vorzustellen.

 

Bezirkschronistentag in Wenns

Am Samstag, den 14. Oktober fand in Wenns der alljährliche Bezirkschronistentag statt.

 

Auch im Chronikwesen zeichne sich eine Zeitenwende ab, hob Rudolf Mattle, langjähriger Chronist der Gemeinde Wenns, hervor. Er selbst, als Chronist der alten Schule vertraue weiterhin auf Papierform und feuersichere Aktenschränke zur Dokumentation und Verwahrung der Dorfgeschichte, doch sei der Wunsch nach einer digitalen Version von Dorfchroniken immer häufiger zu vernehmen. Noch im Aufbau befindlich, jedoch schon öffentlich einsehbar ist unter http://chronist.tsn.at/ beispielsweise die neue Website  der Bezirkschronik.

 

Zum neuen Bezirksverantwortlichen wurde der Haiminger Manfred Wegleitner gewählt. Ihm zur Seite steht als sein Stellvertreter Günther Flür. Landeschronist Mag. Helmut Hörmann dankte dem scheidenden Bezirkschronisten Ludwig Auer, der aus gesundheitlichen Gründen für eine weitere Amtsperiode nicht zur Verfügung stand, für dessen langjähriges Engagement für das Tiroler Chronikwesen. Von der Gemeinde Wenns gab es aus diesem Anlass zwei große Gläser „Grantenkompott“, dessen umfassenden gesundheitlichen Nutzen Rudolf Mattle eindrücklich schilderte.

 

BM Walter Schöpf ließ es sich nach einer kurzen Mittagspause nicht nehmen, die Gruppe der Dorfchronisten selbst durch das älteste Bauernhaus Tirols, das Stamser Haus am Wenner Dorfplatz zu führen. In diesem historischen Gebäude ist auch das Krippenmuseum, das auf den ältesten Krippenverein Europas zurückgeht, untergebracht.

Wenns Stamser Haus Krippenverein.jpg

Peter Bundschuh beim Chronikteam

Dr. Peter Bundschuh arbeitet als freier Journalist beispielsweise für die Rundschau und hat sich dankenswerterweise bereiterklärt, das neue Obsteiger Chronikteam medial zu begleiten.

Auch Fortbildung und regionale Treffen stehen für das Obsteiger Chronikteam an.

Eines der Ziele des Teams ist die Dokumentierung des kommenden Jahres in Form eines Jahrbuches. Dem Jahrbuch 2018 soll dann jedes Jahr ein Weiteres folgen. Auch die Digitalisierung unserer Dorfchronik beginnt, Formen anzunehmen. Ein Lagerraum für chronikrelevante Dokumente wird es im Gemeindeamt geben, einen Arbeitsraum fürs Team in Schneggenhausen. Für Austellungen und Veranstaltungen rund um die Chronik bietet  sich der Stadel an.

Foodtrend: Brot backen

Immer mehr Menschen entschließen sich dazu, ihr Brot selbst zu backen. Mit eigenen Mehl- und Gewürzmischungen lässt sich ein Brot kreieren, das sowohl schmackhaft als auch gut verträglich ist. Der Konsument von heute will wissen, was in Nahrungsmitteln enthalten ist. Auch beim Brot. Back-Workshops und der Verkauf von Brotbackautomaten boomen.

Das Backen des eigenen Brots hat bei uns eine lange Tradition. Die Backöfen, von denen auch in Obsteig nur mehr wenige erhalten sind, sind Zeugen davon.

Außerhalb und innerhalb des Wohngebäudes errichtet, wurden die Backöfen in Tirol von einem oder mehreren Höfen genutzt. Mit dem Entstehen von Bäckereien und Supermärkten verloren die Backöfen zunehmend an Bedeutung und gerieten in Vergessenheit.

Das 21. Jahrhundert brachte jedoch eine Trendwende in Sachen Ernährung. Regionalität als Qualitätsmerkmal, Slow/ True Food Bewegung und der Trend zur Selbstversorgung könnten dem Backofen wieder seine Funktion zurückgeben.

Der Erhalt der noch vorhandenen Backöfen als Beispiel bäuerlicher Architektur in Tirol erscheint unter diesem Aspekt höchst interessant. Unsere Backöfen waren noch vor nicht allzu langer Zeit in Betrieb. Das Obsteiger Chronikteam will die Geschichten rund um die Backöfen in unserem Dorf sammeln.

UNSER NEUES CHRONIKTEAM…

Sabine Ortner, Ilka Ebbert, Martha Witsch, Hannes Faimann, Herbert Krug und Klaus Rieser

bilden das neue Chronikteam von Obsteig. Es soll die Arbeit unseres verdienten Dorfchronisten Hubert Stecher wieder aufgenommen und in seinem Sinne fortgesetzt werden. Das  Ziel ist es, eine moderne Art von Chronik zu schaffen, die für Jung und Alt interessant ist. Für Obsteig sollte sich aus der Arbeit aber auch ein touristischer Mehrwert ergeben. Wir werden deshalb mit eurer Hilfe historisch relevantes Material

  • Sammeln und Archivieren
  • Digitalisieren und Publizieren
  • Interpretieren und Präsentieren

 

Sammeln und Archivieren

Der Chronist als Jäger und Sammler: Alles was objektiv oder subjektiv materiell oder immateriell  als wert zu bewahren erscheint, wird gesammelt. Dabei kann es sich um Fotos, Tondokumente, Alltagsgegenstände, Druckwerke u.v.m. handeln. Eine besondere Herausforderung für die Gemeinde und das Team stellt die Verwahrung und Archivierung des Materials dar.  Hier ergibt sich ein nicht unerheblicher Raumbedarf. Es muss aber auch ein System eingerichtet werden, um Dokumente bei Bedarf wieder schnell aufzufinden.

Digitalisieren und Publizieren

Auffindbarkeit bedeutet heutzutage auch immer im Worldwide Web zu finden zu sein. Die Digitalisierung unserer Dorfchronik steht an und wird in Zusammenarbeit mit dem Medienkolleg Imst in Angriff genommen .

Interpretieren und Präsentieren

Nicht nur via Internet sollen die Daten sichtbar und unkompliziert zugänglich sein. Aus Alt mach Neu. Die gesammelten Dokumente stehen schließlich bereit für unsere Vereine, Familien, Gäste, Firmen und  Schulen als Basis oder Ergänzung ihrer Veranstaltungen und Festeln, aber auch für neue wissenschaftliche Fragestellungen und Projekte.

Wer Zukunft gestalten will, achtet die Vergangenheit.

 Peter Amendt;(*1944), Franziskaner

 

Gemeinde Obsteig als Projektpartner für Tourismuskolleg Innsbruck und IT-Kolleg Imst

Auszug aus der Projektbeschreibung der Studierenden des Tourismuskollegs Innsbruck

TKI

Diese Diplomarbeit soll die bisherige Entwicklung zusammenfassen und gleichzeitig eine Bestandsaufnahme der aktuellen Situation des Skigebietes darstellen. Ein weiterer Hauptbestandteil der Arbeit ist die Erarbeitung von Ansatzpunkten zur attraktiven Gestaltung der Grünbergalm im Winter aber vor allem auch im Sommer.

Die  Zielsetzungen der Gruppe:

  • Aufzeigen interessanter Zielgruppen und einen darauf abgestimmten Marketing-Mix
  • Ideengebung für den Grünberg mittels „Best-Practice“-Beispielen
  • Aufzeigen der bisherigen touristischen Entwicklung und der damit verbundenen Probleme
  • Darstellung der strategischen Management-Grundsätze und einer Checkliste für die öffentliche Diskussionsrunde

Die Gruppe wird versuchen –  unter objektiver Betrachtung –  einen machbaren Lösungsvorschlag für die Gemeinde Obsteig zu gestalten.

Projektbetreuer ist MMag. Alexander Zeilinger

Auszug aus der Projektbeschreibung des IT-Kollegs Imst

IT_Kolleg Imst

Die Gemeinde Obsteig beabsichtigt,  eine moderne Art der Dorfchronik zu schaffen. Die Idee ist es, die Verwaltung der Chronik der Community zu übergeben. Dabei soll ein Kernteam der Gemeinde die Inhalte pflegen und erweitern.

Das wichtigste Element dabei ist eine Datenbank-Anwendung (Webseite mit Datenbanksystem im Hintergrund), welche folgende Grundfunktionalitäten bieten soll:

Interessierte (BürgerInnen, SchülerInnen, Gäste, Tourismusverband, Gemeinde, Presse, etc.) sollen über eine Suchfunktion einfach zu interessanten Inhalten kommen. Dies soll sowohl vom PC als auch von mobilen Endgeräten aus möglich sein (Responsive Design).

Teil der Arbeit sind die Recherche, der Vergleich und die Auswahl geeigneter Software, welche die obigen Anforderungen erfüllt. Dazu soll ein Auswahlkatalog erstellt werden. Diese Software ist beim Projektpartner im Betrieb zu nehmen und ausführlich zu testen. Des Weiteren soll ein Benutzerhandbuch für den Betrieb der Software verfasst werden und ein geeignetes Datensicherungskonzept vorgelegt werden. Die Digitalisierung der bestehenden Inhalte ist ein weiterer wichtiger Teil des Projekts.

Projektbetreuer ist DI Michael Gamper .

Chronikteam

Wir sind dabei, gemeinsam mit  Hannes Faimann ein Chronik-Team zusammenzustellen.

altes bewahren

Innerhalb kurzer Zeit wurden jetzt schon zweimal Anfragen bezüglich historischer Obsteiger Kulturgüter an die Gemeinde gerichtet. Im ersten Fall handelte es sich um das Gipfelkreuz am Wank, im zweiten um Informationen rund um die Klammermühle.

Beide Male konnte das Gemeindeamt nur mit dem Hinweis auf die Chronikbücher in der Bibliothek und das geplante neue Chronikteam die Anrufer vertrösten.

Bei der Gemeinderatssitzung vom 16. 03. lud deshalb BM Hermann Föger alle, die in irgendeiner Form beim Chronikteam mitarbeiten wollen, ein, sich bei Sabine Ortner oder direkt im Gemeindeamt zu melden.

„Tradition ist nicht das Halten der Asche, sondern das Weitergeben der Flamme.“

Thomas Moore

Ausmaß und Art der Mitarbeit ist selbstverständlich frei wählbar und wird erst Gegenstand der ersten Sitzung unseres Teams im Gemeindeamt sein.

Deshalb hier noch einmal unser Kontaktformular:

Wir freuen uns auf diese interessante und spannende Aufgabe.

Aktuelles dokumentieren, Altes erhalten – unsere Dorfchronik

Wer erinnert sich nicht an unseren Dorfchronisten Hubert Stecher, wie wir ihm immer wieder auf seinen Spaziergängen durchs Dorf begegnet sind. Es lohnte sich immer, den Blick dorthin zu richten, worauf er gerade seine Kamera hielt. Er hatte ein ganz besonderes Auge für das Einzigartige, das historisch Wertvolle, die besonderen Details, die es von Obsteig zu bewahren galt. Und er konnte erzählen, Geschichtliches und Geschichten aus Obsteig. Am 8. Juli vergangenen Jahres ist Hubert Stecher verstorben. Sein Lebenswerk gilt es nun fortzusetzen.

http://www.obsteigaktuell.info/2014/10/20/chronik-praezise-technik

Bisher bestand eine Chronik aus schöngebundenen  Büchern, die mit Zeitungsausschnitten und Fotos ergänzt wurden. Diese befindet sich zur öffentlichen Einsichtnahme in der  Bibliothek von Obsteig.

http://www.obsteig.bvoe.at/obsteiger-dorfchronik

Das Archivieren von Bild- und Textdokumenten ist eine wesentliche Aufgabe der Chronik. Das Erstellen einer modernen Datenbank, die digitale Dorfchronik ist eine Aufgabe unserer Tage. Hier als Beispiel die digitale Dorfchronik von Inzing.

http://pisch.at

Die Auffindbarkeit von Informationen ist heute ebenso wichtig geworden wie die Information selbst.

Der Chronist ist Sammler; er sammelt Alles, was ihm sammelnswert erscheint. Als Quellen für  seine Sammlung stehen ihm derzeit die Webseiten der Gemeinde und der Vereine, aber auch unser Blog6416 und insbesondere obsteigaktell@aon.at zur Verfügung. Es wird aber auch wieder Zeitzeugeninterviews nach dem Vorbild der von Margaretha Lerchster im  Nuis Schmålz Blattl veröffentlichten Texte brauchen. Und schließlich braucht es die Mithilfe von uns allen, unsere Chronik zu befüllen.

Ein Chronist wird nicht mehr zu finden sein. Diese umfangreiche und verantwortungsvolle Aufgabe wird in der heutigen Zeit nur mehr von einem Team zu bewältigen sein. Wir hoffen, dass wir hier schon bald unser  neues Dorfchronistenteam vorstellen werden können.