Bezirkschronistentag in Wenns

Am Samstag, den 14. Oktober fand in Wenns der alljährliche Bezirkschronistentag statt.

 

Auch im Chronikwesen zeichne sich eine Zeitenwende ab, hob Rudolf Mattle, langjähriger Chronist der Gemeinde Wenns, hervor. Er selbst, als Chronist der alten Schule vertraue weiterhin auf Papierform und feuersichere Aktenschränke zur Dokumentation und Verwahrung der Dorfgeschichte, doch sei der Wunsch nach einer digitalen Version von Dorfchroniken immer häufiger zu vernehmen. Noch im Aufbau befindlich, jedoch schon öffentlich einsehbar ist unter http://chronist.tsn.at/ beispielsweise die neue Website  der Bezirkschronik.

 

Zum neuen Bezirksverantwortlichen wurde der Haiminger Manfred Wegleitner gewählt. Ihm zur Seite steht als sein Stellvertreter Günther Flür. Landeschronist Mag. Helmut Hörmann dankte dem scheidenden Bezirkschronisten Ludwig Auer, der aus gesundheitlichen Gründen für eine weitere Amtsperiode nicht zur Verfügung stand, für dessen langjähriges Engagement für das Tiroler Chronikwesen. Von der Gemeinde Wenns gab es aus diesem Anlass zwei große Gläser „Grantenkompott“, dessen umfassenden gesundheitlichen Nutzen Rudolf Mattle eindrücklich schilderte.

 

BM Walter Schöpf ließ es sich nach einer kurzen Mittagspause nicht nehmen, die Gruppe der Dorfchronisten selbst durch das älteste Bauernhaus Tirols, das Stamser Haus am Wenner Dorfplatz zu führen. In diesem historischen Gebäude ist auch das Krippenmuseum, das auf den ältesten Krippenverein Europas zurückgeht, untergebracht.

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Obsteiger Chronikteam bei Landeschronisten Helmut Hörmann

In der Chronistenbibliothek Oberland trafen sich Landeschronist Helmut Hörmann und drei Mitglieder des Obsteiger Chronikteams  zu einem kurzen Kennenlernen. Tirol ist österreichweit das einzige Bundesland mit einem organisierten Chronikwesen. Dieses beinhaltet auch Fortbildungsmöglichkeiten für alle Interessierten.

 

Was den genauen Tätigkeitsbereich der Dorfchronisten und die Abgrenzung zur Heimatkunde und zur journalistischen Arbeit angeht, war  dieses Treffen für uns sehr informativ und hilfreich. Ein Chronikteam arbeitet ehrenamtlich im Auftrag der Gemeinde. Es gilt, kontinuierlich chronologisch geordnete Aufzeichnungen und Sammlungen zum Dorfgeschehen anzufertigen und  die Ereignisse im Dorf in zeitlicher Reihenfolge geordnet darzustellen. Die Dorfchronik dokumentiert, was jetzt ist und geht  auf Spurensuche in die Vergangenheit, um Gegenwärtiges verständlich zu machen (Beispiel Flurnamen). In vielen Gemeinden erscheint auf Basis dieser Daten dann ein Jahrbuch, das die Highlights des vergangenen Jahres zusammenfasst. Unumgänglich ist hier die Mithilfe und Zusammenarbeit Aller. Es gilt  unsere „Schwarmintelligenz“ zu nutzen. Der Begriff der „Schwarmintelligenz“, die Weisheit der Vielen, besagt, dass  im Kollektiv Aufgaben besser gelöst werden, als es der Einzelne allein im Stande wäre.

 

 

Seit einigen Jahren steht den Chronisten des Landes  auch die seit 2013 im alten Gemeindehaus von Mötz eingerichtete Chronistenbibliothek zur Verfügung. Neben zahlreichen Dorf-, Vereins- und Familienchroniken finden sich hier zahlreiche Geschichtsbücher, Festschriften, Bücher über Religion, Kultur und Brauchtum etc.  Auch alle Regional- und Gemeindezeitungen werden hier gesammelt. Für alle Obsteiger vielleicht interessant, dass sich in der Bibliothek in Mötz auch alle Ausgaben unseres Nuis Schmålz Blattls nachlesen lassen.

 

Kommenden Mittwoch findet ein Termin mit BM Hermann Föger statt, um mit ihm die notwendigen Räumlichkeiten für die Dorfchronik (Arbeitsraum, Lagerraum) abzuklären.

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